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Feuerschutz-Garnituren und Schutzgarnituren nach ÖNORM

DIN 18273 - Hinweise zu Feuerschutztüren

ÖNORM B 3859 –
Tür- und Torbeschläge für Feuerschutz-Abschlüsse

Die ÖNORM B 3859 enthält Bestimmungen über die Ausführung, Prüfung und Kennzeichnung von Tür- und Torbeschlägen für Feuerschutzabschlüsse. Die zulässigen Maße für Baubeschläge – Türgriffe, Türschilder und Rosetten – sind in der ÖNORM B 5340 definiert.

 

 

Wesentliche Merkmale von Feuerschutz-Garnituren, die nach der ÖNORM B 3859 gefertigt werden:

  • Der Querschnitt des Vierkantstifts muss im Schlossnussbereich 8,5 oder 9 mm betragen. Aufsteckhülsen sind nicht zulässig.
  • Der Abstand muss bei Profilzylinder-Schlössern 88 mm und bei Bundbart-Schlössern 90 mm betragen.
  • Die Feuerschutz-Garnituren müssen den Nachweis einer DIN EN 1906-Prüfung erbringen (mindestens Benutzungskategorie 3) sowie eine Brandprüfung nach DIN EN 1634 bestehen.
  • Sind die Feuerschutz-Garnituren mit einer Feuerwiderstandsdauer von 30 bzw. 90 Minuten aus einem unterhalb 840 bzw. 1000 °C schmelzenden Werkstoff gefertigt, so muss in Schildern oder Rosetten eine Stahleinlage mit mindestens 1 mm Blechdicke eingebaut sein.
  • Die Feuerschutz-Garnituren müssen als komplette Einheit inklusive Befestigungsmaterial und Montagehilfen ausgeliefert werden.

 

HOPPE-Feuerschutz-Garnituren gemäß ÖNORM sind beim Österreichischen Normungsinstitut zertifiziert. Sie unterliegen einer ständigen werkseigenen Produktionskontrolle und einer Fremdüberwachung durch die Zertifizierungsstelle.

 

 

 

ÖNORM B 5351 –
Einbruchhemmende Baubeschläge – Schlösser, Schließbleche, Schutzgarnituren, Schließzylinder und Nachrüstprodukte für Fenster und Türen

Die ÖNORM B 5351 enthält Bestimmungen über die Ausführung, Prüfung und Kennzeichnung von Türbeschlägen für den Einbau in einbruchhemmende Türen sowie Bestimmungen für weitere einbruchhemmende Nachrüstsysteme für Fernster und Türen.

 

Der Grad des Widerstandes wird für Schutzgarnituren mit WB (Widerstand Beschlag) abgekürzt, die dahinter folgende Zahl gibt die Widerstandklasse an. Garnituren mit integrierter Zylinderabdeckung können ab Normenausgabe 2011 mit ZA gekennzeichnet werden. Die Widerstandsklassen WB1 bis WB4 stimmen mit der Europäischen Norm DIN EN 1906 (7. Stelle des Klassifizierungsschlüssels) überein.

 

 

Wesentliche Merkmale von Schutzgarnituren, die nach ÖNORM B 5351 gefertigt werden:

  • Die Schutzgarnituren müssen den Nachweis einer DIN EN 1906-Prüfung erbringen (mindestens Benutzungskategorie 2 und Korrosionsklasse 1) sowie eine entsprechende Klassifizierung der einbruchhemmenden Eigenschaften gemäß Anhang A der DIN EN 1906 erreichen.
  • Die Maße für Schutzgarnituren nach ÖNORM B 5351 sind nicht eingeschränkt und können zwischen den Marktpartnern abgestimmt werden. Zu PZ 88 abweichende Stichmaße sind demnach zulässig. Ebenso sind die Vierkantmaße von 8 mm, 8,5 mm, 9 mm und 10 mm gestattet.

 

Folgende Tabelle zitiert Inhalte aus der ÖNORM B 5351:

 

Klassifizierungs-Schlüssel WB1 WB2
WB2-ZA
WB3
WB3-ZA
WB4
WB4-ZA
1 Benutzungs-Kategorie 2 2 3 3
2 Dauerhaftigkeit 6 6 6 6
3 Türmasse 0 0 0 0
4 Feuerbeständigkeit 0 0 0 0
5 Sicherheit 0 0 0 0
6 Korrosionsbeständigkeit 1 1 1 1
7 Einbruchsicherheit 1 2 3 4
8 Ausführungsart ist vom Hersteller zu deklarieren


Bei Verwendung an Feuerschutztüren ist zusätzlich ÖNORM B 3859 anzuwenden. Die Klassifizierung nach EN 1906 hat folgende Bedeutung:

 

Benutzungs-Kategorie 2 = mittlere Benutzungshäufigkeit
Benutzungs-Kategorie 3 = häufige Benutzung
Benutzungs-Kategorie 6 = 100.000 Prüfzyklen

 

Dauerhaftigkeit 6 = 100.000 Prüfzyklen

 

Korrosionsbestädigkeit 1 = gering (24 h neutraler Salzsprühtest)

 

Einbruchschutz 1 = gering einbruchhemmend
Einbruchschutz 2 = mäßig einbruchhemmend
Einbruchschutz 3 = stark einbruchhemmend
Einbruchschutz 4 = extrem einbruchhemmend

 

 

 

Anforderungen an die einbruchhemmenden Eigenschaften: 

 

  WB1 WB2
WB2-ZA
WB3
WB3-ZA
WB4
WB4-ZA
Prüfung der Festigkeit der Befestigung 10 kN
zulässige Verformung
≤ 2 mm
 
15 kN
zulässige Verformung
≤ 2 mm
20 kN
zulässige Verformung
≤ 2 mm
30kN
zulässige Verformung
≤ 2 mm
Festigkeit der Schilder 7 kN
zulässige Verformung
≤ 5 mm
10 kN
zulässige Verformung
≤ 5 mm
15 kN
zulässige Verformung
≤ 5 mm
20 kN
zulässige Verformung
≤ 5 mm
Anbohrwiderstand Außenschild keine Anforderung 60 HRC
im Tourstift-Bereich oder 30 s / 200 N
60 HRC
im Tourstift-Bereich oder 3 min / 200 N
60 HRC
im Tourstift-Bereich oder 5 min / 300 N
Widerstand gegen Abschlagen mit dem Meißel keine Anforderung 3 Schläge an definierten Positionen 6 Schläge an definierten Positionen 12 Schläge an definierten Positionen
Festigkeit der Zylinderabdeckung (falls vorhanden) nein 10 kN 15 kN 20 kN

 

Die WB-Klasse entspricht der 7. Stelle im Klassifizierungsschlüssel der EN 1906. Die Prüfkriterien sind identisch.

 

HOPPE-Schutzgarnituren für den Österreichischen Markt sind in den Klassen WB2, WB3 und WB4 gemäß ÖNORM B 5351 oder zusätzlich als Feuerschutz-Schutzgarnituren gemäß ÖNORM B 3859 und B 5351 erhältlich.

 

Wichtig:

Weist der Profilzylinder keinen Ziehschutz auf, so muss eine Schutzgarnitur mit Zylinderabdeckung verwendet werden, um die gewünschte Schutzwirkung am Türelement zu erreichen.